»Wo ist meine Frau?, fragte er noch einmal, diesmal ein wenig energischer. Die Unbekannte kam ein wenig näher und hauchte:»Ich bin deine Frau, geliebter Galahad.

»Halt mich nicht zum Narren. Ich weiß, wen ich geheiratet habe, erwiderte Galahad. »Und sie sieht dir nicht im Geringsten ähnlich.

»Du bist sehr liebenswürdig zu mir gewesen, mein geliebter Galahad. Du warst aufmerksam und zuvorkommend, obwohl dich mein Äußeres abgestoßen hat, du hast mich verteidigt und mich respektiert, wie es noch niemand vor dir getan hat, und darum hast du diese Überraschung verdient … Die Hälfte der Zeit, die wir zusammen sind, werde ich so aussehen, wie du mich jetzt siehst, und die andere Hälfte so, wie du mich kennengelernt hast …

Die Frau machte eine Pause und sah Sir Galahad an. »Und da du mein wunderbarer, geliebter Ehemann bist, liegt die Entscheidung bei dir: »Soll ich diese bei Tag sein und jene bei Nacht, oder jene bei Tag und diese bei Nacht?

Für den Ritter stand die Welt still. Dieses Geschenk des Himmels war mehr, als er sich je erträumt hatte. Er hatte sich aus Liebe zu seinem Freund Artus in sein Schicksal gefügt, und nun konnte er eine Wahl fur sein zukünftiges Leben treffen. Sollte er seine Frau bitten, tagsüber die Schone zu sein, damit er stolz mit ihr durchs Dorf spazieren und sich im Neid der anderen sonnen konnte, und dafür stumm und einsam die Qual seiner Nächte mit der Hexe auf sich nehmen? Oder sollte er den Spott und die Verachtung ertragen, wenn man ihn am Arm dieser Hexe sah, und sich mit dem Gedanken trösten, dass er in der Nacht das himmlische Vergnügen der Gesellschaft dieser wunderschönen Frau haben würde, in die er sich schon jetzt verliebt hatte?

Der edle Sir Galahad dachte lange nach. Schließlich sah er auf und sagte:

»Da du meine geliebte und erwählte Ehefrau bist, bitte ich dich, in jedem Moment und an jedem Tag unseres gemeinsamen Lebens die zu sein, die du sein mochtest …